
FIESTA - 40 Jahre Softwaregeschichte
Vom Minicomputer bis zur modernen Informationsplattform
1982 begann die Entwicklung von FIESTA – zu einer Zeit, als Computer noch ganze Räume füllten, genügend Abwärme produzierten, um ein ganzes Haus damit zu heizen, als Speicherplatz knapp war. Bernhard Blasen nutzte damals seine Erfahrungen, die er bei einem sehr bekannten Hersteller von mittlerer Datentechnik in der Entwicklung eines Fertigungs-Steuerungs-Systems erworben hatte, um ein eigenes ERP System zu konzipieren. Was damals als System für mittelständische Unternehmen entstand, ist ein beeindruckendes Beispiel für nachhaltige Softwareentwicklung.
Der Schlüssel zum Erfolg lag nicht in einer bestimmten Hardware oder Datenbank, sondern in einer konsequenten Architektur: Die eigentliche Geschäftslogik wurde von Anfang an unabhängig von der technischen Umgebung entwickelt. Nicht die Hardware oder das Betriebssystem definierte die Algorithmen, sondern die Betriebsabläufe der Anwender.
Dadurch konnte FIESTA über Jahrzehnte hinweg mehrere Technologiewechsel überstehen:
Über Data General und Digital Equipment, Triumph-Adler und Siemens, diverse Unix-Plattformen, hin zu Linux und modernen virtuellen Umgebungen wurde ein ERP-System geschaffen, das einzigartig ist.
Ein System, das sich den Unternehmen angepasst hat
FIESTA wurde in sehr unterschiedlichen Branchen eingesetzt:
- im Sondermaschinenbau
- bei Herstellern hoch individualisierter Serienprodukte
- in der Lebensmittelproduktion
- im Anlagenbau
- .....
Die Gemeinsamkeit dieser Unternehmen war nicht die Branche, sondern die Notwendigkeit, komplexe Zusammenhänge übersichtlich abzubilden:
Kunde → Auftrag → Maschine → Baugruppe → Teil → Lieferant
Diese Verknüpfungen machen aus reinen Daten wertvolles Unternehmenswissen.
Bewährte Prozesse statt ständig neuer Software
Ein besonderes Merkmal von FIESTA war immer die konsequente Weiterentwicklung ohne Bruch.
Statt für jeden Kunden eigene Softwarevarianten zu entwickeln, gab es immer eine gemeinsame Systembasis. Unterschiede wurden über Konfigurationen gesteuert. Dadurch konnten Verbesserungen und Fehlerkorrekturen allen Kunden zugutekommen.
Vom ERP-System zum Informationssystem
Die ursprüngliche Datenhaltung erfolgte mit ISAM-Dateien – eine damals optimale Technologie.
Heute werden die Daten weiterhin durch die bewährten Anwendungen gepflegt, zusätzlich aber in einer modernen Informationsplattform bereitgestellt.
Über ein webbasiertes System können Zusammenhänge einfach gefunden werden:
- Welche Maschine hat ein Kunde gekauft?
- Welche Zeichnungen gehören dazu?
- Welche Stückliste wurde verwendet?
- In welchen Maschinen wurde ein bestimmtes Teil verbaut?
- Welche Lieferanten waren beteiligt?
Aus jahrzehntelang gewachsenen Datenbeständen wird so ein digitales Unternehmensgedächtnis.
Auch nach der ERP-Ablösung wertvoll
Kunden, die vor vielen Jahren bereits auf ein aktuelles ERP-System umgestiegen sind, setzen dennoch weiterhin FIESTA als Informationssystem ein, weil die gewachsenen Datenbestände und Zusammenhänge einen hohen praktischen Wert hatten.
Die Erfahrung zeigt:
Ein neues System ersetzt nicht automatisch das Wissen, das über Jahrzehnte entstanden ist.
Heute: Erfahrung, Stabilität und moderne Infrastruktur
Seit 2010 konzentriert sich die Arbeit auf die Betreuung langjähriger Kunden und den Betrieb individueller Lösungen im Rechenzentrum:
- Cloud-Lösungen
- FIESTA-Systeme
- Web-Anwendungen
- virtuelle Serverumgebungen
- Netzwerke
- Webseiten
Die Philosophie bleibt dabei unverändert:
Bewährte Systeme erhalten, sinnvoll erweitern und mit moderner Technik verbinden.
FIESTA ist damit nicht nur ein Stück Softwaregeschichte, sondern ein Beispiel dafür, dass gute Architektur Jahrzehnte überdauern kann.
